Der Film

Der Dokumentarfilm "Wiener Ecke Manteuffel - Eine Liebe in Kreuzberg" ist das intime Porträt eines Liebespaars in Berlin.

Seit über 20 Jahren sind Pat und Dijana zusammen und vermögen es, jeden mit ihrer warmen, liebevollen und offenherzigen Art für sich einzunehmen. Sie sind beide Anfang 50 und führen ein Leben, das in vielerlei Hinsicht als typisch für die Bewohner Berlin-Kreuzbergs - einem Zentrum alternativer Lebensentwürfe - angesehen werden kann. Mit Ausnahme der Tatsache, dass sie beide mit einer totbringenden Krankheit leben.

Pat, Sohn einer Deutschen Mutter und eines Afro-Amerikanischen Vaters hat sich schon im Jahr 1981 mit HIV infiziert, zu einer Zeit als es nicht mal einen Namen für die Krankheit gab.

Dijana, eine wunderschöne Frau aus Bosnien-Herzegowina traf Pat 1991. Es war Liebe auf den ersten Blick. Seitdem leben sie - verbunden durch ihre Liebe und das gemeinsame Schicksal - ihr Leben in ständiger Auseinandersetzung mit Fragen des Lebens, der Gesundheit und der Liebe...

Von 2009 - 2012 ließen sich Pat und Dijana von uns mit der Kamera begleiten und ermöglichten uns so einen Einblick in ihr ganz normales Leben, welches sie vor einem ganz besonderen Hintergrund führen. Entgegen der allgemeinen Erwartung können wir so eine Geschichte der langsamen aber stetigen Besserung erzählen - und dies mit einem Lächeln.

Produziert wurde dieser Film von der Hochschule für Film und Fersehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg.

Jurybegründung des new berlin film award in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“

Pat und Dijana teilen seit mehr als 20 Jahren nicht nur ihre Liebe, sondern auch ein gemeinsames Schicksal: Sie sind beide an AIDS erkrankt. Als Pat in den 80er Jahren seine Diagnose erfährt, ist es noch eine Krankheit ohne Namen. Dass er die erste Generation von Medikamenten ablehnt, rettet ihm das Leben. Doch die Medikamente, die er später nehmen muss, zerstören seinen Körper...
Er überlebt das Fortschreiten seiner Krankheit – entgegen der Prognose der Ärzte. Der Film zeigt zwei Menschen, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation voller Lebenslust sind und auf eine berührende Art und Weise miteinander umgehen.
Der Regisseur Florian Schewe begleitete Pat und Dijana drei Jahre lang –
mit großer Empathie - ihm ist ein sehr persönlicher Film über eine besondere Liebesbeziehung gelungen.
Der Regisseur nähert sich behutsam seinen Protagonisten. Er stellt sie nicht als Opfer dar. Und er urteilt nicht. Es ist ein Film, der nichts auslässt. Und nichts schönt. Der Film widmet sich einem Thema, das weh tut. Dramaturgisch klug gebaut, entblättert der Film nach und nach die Welt der beiden Protagonisten...
Der beobachtende Dokumentarfilm WIENER ECKE MANTEUFFEL versucht nicht, spektakulär zu sein und ist damit spektakulär.
Wir gratulieren Florian Schewe und übergeben ihm den new berlin film award für den besten Dokumentarfilm 2014.

Jurybegründung des Preises der ökumenischen Jury

Die Dokumentation „Wiener Ecke Manteuffel“ kommt seinen Protagonisten Pat und Dijana über eine Dauer von drei Jahren ganz beeindruckend nahe und bleibt dabei immer sensibel. Regisseur Florian Schewe und sein starkes Team nehmen uns mit in die Lebenswelt dieser beiden Menschen, die auf den ersten Blick verstörend und hoffnungslos wirkt. Doch im Verlauf von 91 Minuten gelingt es Florian Schewe, die wunderbare Liebe und Zuneigung von Pat und Dijana ohne jede Beschönigung für uns erlebbar zu machen. Ihr starker Glaube an das Leben macht den Zuschauer demütig. Der unverfälschte Blick der Kamera und die starken Dialoge zeigen uns immer wieder Hoffnung und verändern unsere Wahrnehmung auf scheinbar Eindeutiges. Dafür ist „Wiener Ecke Manteuffel“ preiswürdig.